Die Menschen

 

Die Menschen waren in jener Zeit kleiner als es unserem heutigen Durchschnittsmaß entspricht:

Die Männer waren im Schnitt 172 cm, die Frauen 159 cm groß. Nur selten erreichten einzelne, so etwa der Fürst von Grafenbühl und der von Hochdorf, die Größe von 183 cm.

Die durchschnittliche Lebensdauer der Männer betrug 35 bis 40, die der Frauen nur 30 bis 35 Jahre. Die häufigen Kämpfe der Männer untereinander waren also offenbar weniger gefährlich, als die Geburt der Kinder!

Die äußere Pracht der Kleidung und die Größe der Weinamphoren dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Menschen ihr Leben unter für uns unvorstellbar harten Bedingungen führen mussten. 

Trotz der geringen Körpermaße beschrieben die kleineren Griechen und Römer die mit den Kelten in Berührung kamen, diese Menschen als hochwüchsig, dazu als hellhäutig und blond.

Der Grieche Diodoros schildert sie im V. Buch seiner Universalgeschichte so:

"Sie sind von schöner Körpergröße, aber ihr Fleisch ist fast krankhaft weiß und weichlich. Ihre Haare sind nicht nur von Natur blond, sondern diese Besonderheit der Haarfarbe heben sie noch durch die Behandlung. Sie reiben die Haare ständig mit Kalklauge ein, uns sie streichen sie von der Stirn auf den Kopf und bis in den Nacken ...

Von dieser Behandlung werden die Haare dick, so dass sie sich von der Mähne der Pferde nicht unterscheiden. Manche rasieren sich, manche lassen den Bart mit Maßen wachsen. Die Vornehmen rasieren sich die Wangen glatt, lassen aber den Schnurrbart lang herabwachsen, so dass ihr Mund verdeckt ist. Wenn sie essen, hängt ihnen der Schnurrbart in die Speise; wenn sie trinken, fließt das Bier gleichsam durch eine Reuse."

Quelle: Keltische Mythen von Ingeborg Clarus